1. Was ist Botox?

Botox ist der Markenname für den Wirkstoff Botulinumtoxin Typ A. Ursprünglich wurde Botulinumtoxin als Stoff entdeckt, der von bestimmten Bakterien gebildet wird. Diese Bakterien können sich beispielsweise in verdorbenen oder unsachgemäß konservierten Lebensmitteln vermehren und dort das Toxin produzieren. In der Medizin und Ästhetik wird jedoch kein natürliches Bakterientoxin verwendet, sondern ein hochgereinigter, kontrolliert im Labor hergestellter Wirkstoff.

Die Dosierungen, die bei einer Botox-Behandlung eingesetzt werden, sind extrem gering und wirken ausschließlich an den behandelten Muskeln. Ziel ist es nicht, das gesamte Gesicht zu lähmen, sondern die Aktivität einzelner mimischer Muskeln gezielt zu reduzieren.

Normalerweise kommuniziert ein Nerv mit dem Muskel und gibt ihm das Signal, sich zusammenzuziehen. Nach einer Botox-Behandlung wird diese Signalübertragung vorübergehend abgeschwächt. Dadurch kann sich der Muskel nicht mehr so stark zusammenziehen wie zuvor.

Wenn ein Muskel über einen längeren Zeitraum weniger aktiv ist, wird er kleiner und verliert an Kraft. Dadurch entspannt sich auch die Haut darüber. Bereits vorhandene Mimikfalten können sich nach und nach glätten, weil sie nicht ständig wieder eingeprägt werden. Gleichzeitig kann Botox der Entstehung neuer Falten vorbeugen, da die Haut bei jeder Mimik weniger stark belastet wird.

Aus diesem Grund eignet sich Botox sowohl zur Behandlung bereits vorhandener Mimikfalten als auch zur Vorbeugung einer frühzeitigen Faltenbildung.

2. Wie wirkt Botox?

Botox wirkt an der sogenannten motorischen Endplatte, also an der Stelle, an der ein Nerv mit einem Muskel kommuniziert. Normalerweise schüttet der Nerv den Botenstoff Acetylcholin aus. Dieser sorgt dafür, dass der Muskel das Signal erhält, sich zusammenzuziehen.

Botox verhindert vorübergehend die Freisetzung dieses Botenstoffs. Dadurch wird die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel unterbrochen beziehungsweise stark abgeschwächt. Der Muskel kann sich dadurch nicht mehr so kräftig zusammenziehen wie zuvor.

Da viele Gesichtsfalten durch die ständige Aktivität der mimischen Muskulatur entstehen, entspannt sich die darüberliegende Haut, wenn sich der Muskel weniger bewegt. Bereits vorhandene Mimikfalten können dadurch deutlich glatter erscheinen. Gleichzeitig wird verhindert, dass sich die Falten durch die wiederholte Muskelbewegung weiter vertiefen oder neue Mimikfalten entstehen.

Die Wirkung von Botox ist nicht dauerhaft. Nach einigen Monaten bildet der Körper neue Nervenverbindungen, sodass die Kommunikation zwischen Nerv und Muskel wiederhergestellt wird und die Muskelaktivität langsam zurückkehrt.

3. Für wen eignet sich Botox?

Botox eignet sich grundsätzlich für Erwachsene, die mimische Falten behandeln oder ihrer Entstehung vorbeugen möchten. In meiner Praxis empfehle ich eine Behandlung häufig ab Mitte bis Ende 20. Der Grund dafür ist, dass Botox nicht nur bestehende Falten behandeln, sondern auch vorbeugend wirken kann.

Solange sich noch keine dauerhaften Falten in die Haut eingeprägt haben, kann eine frühzeitige Behandlung dazu beitragen, dass sie gar nicht erst entstehen. Durch die Reduzierung der Muskelaktivität wird die Haut bei jeder Mimik weniger stark belastet, wodurch sich Falten deutlich langsamer entwickeln können.

Aber auch in höheren Altersgruppen ist Botox eine sehr sinnvolle Behandlung. Bereits vorhandene Mimikfalten können durch regelmäßige Injektionen nach und nach deutlich weicher und glatter werden. Da sich die Muskulatur entspannt und die Haut nicht ständig erneut geknickt wird, hat sie die Möglichkeit, sich mit der Zeit zu regenerieren.

Ob eine Botox-Behandlung sinnvoll ist, hängt jedoch nicht allein vom Alter ab, sondern vor allem von der individuellen Mimik, der Hautbeschaffenheit und den persönlichen Behandlungszielen. Deshalb steht vor jeder Behandlung eine ausführliche persönliche Beratung.

4. Welche Falten können mit Botox behandelt werden?

Bei der Behandlung von Falten ist es wichtig, zwischen mimischen und statischen Falten zu unterscheiden.

Mimische Falten entstehen durch die ständige Bewegung der Gesichtsmuskulatur. Dazu gehören vor allem die Stirnfalten, die Zornesfalte zwischen den Augenbrauen sowie die Krähenfüße seitlich der Augen. Diese Bereiche sprechen besonders gut auf eine Botox-Behandlung an, da hier die Muskelaktivität gezielt reduziert werden kann.

Statische Falten entstehen hingegen meist durch den natürlichen Alterungsprozess der Haut sowie den Verlust von Kollagen, Elastin und Volumen. Sie befinden sich häufig unterhalb der Augen, im Bereich der Nasolabialfalten, der Marionettenfalten oder anderer Gesichtsregionen. Diese Falten lassen sich in der Regel besser mit Hyaluronbehandeln, da hier fehlendes Volumen ausgeglichen wird.

Neben den klassischen drei Botox-Zonen – Stirn, Zornesfalte und Krähenfüße – gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten. So können beispielsweise Plisséfältchen (die feinen sogenannten Raucherfältchen an der Oberlippe) oder ein Erdbeerkinn, das sich beim Sprechen oder Anspannen unruhig zusammenzieht, mit Botox verbessert werden.

Botox wird außerdem nicht nur zur Faltenbehandlung eingesetzt. Eine weitere häufige Anwendung ist die Behandlung des Masseters, also des Kaumuskels. Durch die Entspannung dieses Muskels kann das Gesicht bei entsprechender Veranlagung schmaler wirken. Gleichzeitig kann die Behandlung auch Patienten helfen, die unter nächtlichem Zähneknirschen oder einer starken Anspannung der Kaumuskulatur leiden.

5. Welche Gesichtsbereiche können behandelt werden?

Botox wird hauptsächlich in Gesichtsbereichen eingesetzt, in denen Falten durch die Mimik entstehen. Zu den klassischen Behandlungsregionen gehören die Stirn, die Zornesfaltezwischen den Augenbrauen sowie die Krähenfüße seitlich der Augen. Diese drei Regionen zählen zu den häufigsten Anwendungsgebieten der ästhetischen Botox-Behandlung.

Darüber hinaus kann Botox auch in weiteren Gesichtsbereichen eingesetzt werden. So lassen sich beispielsweise Plisséfältchen (feine Raucherfältchen an der Oberlippe), ein Erdbeerkinn, das sich beim Sprechen oder Lachen unruhig zusammenzieht, sowie der Masseter, also der Kaumuskel, behandeln. Durch die Entspannung des Masseters kann das Gesicht bei entsprechender Veranlagung schmaler wirken und gleichzeitig kann nächtliches Zähneknirschen reduziert werden.

Je nach Anatomie kann Botox außerdem für ein dezentes Augenbrauenlifting (Brow Lift) eingesetzt werden. Durch die gezielte Entspannung bestimmter Muskeln kann sich die Augenbraue leicht anheben, wodurch der Blick häufig offener und wacher wirkt. Das Ausmaß dieses Effekts ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt von der Gesichtsanatomie sowie der Muskulatur ab.

Welche Bereiche für eine Behandlung geeignet sind, hängt immer von der individuellen Mimik und den persönlichen Behandlungszielen ab. Deshalb erfolgt vor jeder Botox-Behandlung eine ausführliche Analyse und Beratung, um ein möglichst natürliches und harmonisches Ergebnis zu erzielen.

6. Welche medizinischen Anwendungen gibt es?

Botox wird schon seit vielen Jahrzehnten in der Medizin eingesetzt. Ursprünglich stammt sein Einsatz nicht aus der ästhetischen Medizin, sondern vor allem aus der Neurologieund der Urologie.

In der Neurologie wird Botulinumtoxin beispielsweise zur Behandlung von Muskelspastiken, bestimmten Bewegungsstörungen oder chronischer Migräne eingesetzt. In der Urologie kommt es unter anderem bei einer überaktiven Blase zum Einsatz, um die Muskulatur gezielt zu entspannen. Darüber hinaus wird Botox auch zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) verwendet.

Die ästhetische Medizin macht sich denselben Wirkmechanismus zunutze. Durch die gezielte Entspannung der mimischen Muskulatur können bestehende Mimikfalten geglättet und die Entstehung neuer Falten verlangsamt werden.

Botox gehört heute zu den am besten untersuchten Wirkstoffen der ästhetischen Medizin und wird weltweit seit vielen Jahren millionenfach angewendet. Bei fachgerechter Anwendung, korrekter Dosierung und einer Behandlung durch einen erfahrenen Arzt gilt Botox als ein sehr sicheres Verfahren.